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41. Jahrgang Heft 1 Januar 2018

Editorial
Dr. Bettina Krieg, Stuttgart


Übersicht
Petya Apostolova und Robert Zeiser, Freiburg
Aktueller Stand und Perspektiven

Die Immuntherapie beruht auf dem Konzept, dass das Immunsystem des Patienten aktiviert werden soll, damit es den Tumor eliminiert. Diese Therapieoption hat in den letzten Jahren die Behandlung von onkologischen Erkrankungen revolutioniert und bildet nun neben der operativen Therapie, der Chemotherapie und der Strahlentherapie die vierte Säule im leitliniengerechten Umgang mit Krebserkrankungen. Strategien in der Immuntherapie sind vielfältig und umfassen pharmakologische ebenso wie zelltherapeutische Ansätze. Beide Aspekte werden in dem vorliegenden Artikel behandelt. Dabei wird auf die Behandlung von soliden Tumoren und von hämatologischen Erkrankungen gleichermaßen eingegangen und aufgezeigt, welche Therapien bereits zugelassen sind und wie ihr jeweiliger Stellenwert ist. Ein besonderes Augenmerk gilt den klinischen Erfahrungen in der Behandlung von Patienten mit Immuncheckpoint-Inhibitoren, die aufgrund ihrer rasch zunehmenden Relevanz eine Herausforderung für Ärzte und Apotheker darstellt.

Cancer immunotherapy

Cancer immunotherapy is a therapeutic approach which boosts the immune system of the patient in order to fight the malignant disease. Besides surgery, chemotherapy and radiation therapy, immunotherapy has been established in the last years as an important concept in the treatment of solid tumors and hematological diseases. This article presents an overview about pharmacological and cellular immunological strategies to fight cancer with a particular focus on approved approaches and their significance in daily clinical routine. The challenges in patient treatment with immune checkpoint inhibitors are discussed in particular, since the clinical relevance of these drugs has increased substantially in the last few years.



Marco Weiergräber, Dan Ehninger und Karl Broich, Bonn
Struktur, Funktion und Pharmakologie

Im vorliegenden Auszug der Übersicht werden die verschiedenen Untergruppen der hochspannungsaktivierten L- und Non-L-Typ sowie der niederspannungsaktivierten T-Typ Ca2+-Kanäle vorgestellt und für alle bekannten zehn Cav-α1-Untereinheiten die pharmakologischen Merkmale herausgearbeitet. Auch die akzessorischen Untereinheiten finden hierbei Berücksichtigung. Besonderes Augenmerk gilt auch möglichen pharmakotherapeutischen Anwendungsfeldern von Ca2+-Kanalaktivatoren und -inhibitoren in der Zukunft. Diese – auch potenziell neuen – Indikationsgebiete stehen in direktem Zusammenhang mit jüngeren Erkenntnissen zur Physiologie und Pathophysiologie von spannungsgesteuerten Ca2+-Kanälen, welche sich unter anderem im Forschungsgebiet der sogenannten Ca2+-Kanalopathien widerspiegelt.

Den kompletten Artikel mit einer Beschreibung der Funktionen spannungsgesteuerter Ca2+-Kanäle finden Sie hier.

Voltage-gated Ca2+-channels – structure, function and pharmacology

Calcium ions play an essential role in the structural and functional integrity of cells. Multiple ion channels and transporters have been developed during evolution and exhibit complex temporal and spatial regulation of calcium influx and efflux into and out of living cells. Processes like excitation-secretion coupling, excitation-contraction coupling, neurotransmitter release and regulation of gene expression are essential Ca2+ dependent processes. Voltage-gated Ca2+-channels are of central relevance in mediating Ca2+ influx. Ten different pore-forming Cav1 subunits have been cloned which differ in basic electrophysiological and pharmacological properties. The Ca2+-channel complex also includes auxiliary subunits (α2-δ, β and γ) which are capable of modulating the electrophysiological and pharmacological properties. In this overview we present the individual subgroups of VGCCs, including high voltage-activated Cav1.1 – Cav1.4 L-type, high voltage-activated Cav2.1 – Cav2.3 non-L-type and low voltage-activated Cav3.1 – Cav3.3 T-type Ca2+ channels and comment in detail on their structural, functional and pharmacological profiles. A specific focus is on Ca2+-channelopathies and potential novel application fields of VGCC inhibitors in the future.

Key words: calcium, channelopathies, high voltage-activated, low voltage-activated, L-type, pore, T-type



Kai Spiegelhalder, Freiburg

Ein- und Durchschlafstörungen, die mit einer Verminderung der Leistungsfähigkeit oder einer Beeinträchtigung der Befindlichkeit am Tag einhergehen, werden als Insomnie bezeichnet. Diese betrifft etwa 10 % der Erwachsenen in Industrieländern. Die Insomnie ist ein Risikofaktor für Depressionen, kardiovaskuläre Erkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes. In den meisten Fällen sind eine ausführliche Anamnese und die Verwendung von Schlaftagebüchern ausreichend, um eine Insomnie zu diagnostizieren. Aktuelle Leitlinien empfehlen als Behandlungsoption der ersten Wahl eine störungsbezogene psychotherapeutische Behandlung, die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie. Eine medikamentöse Behandlung sollte gemäß den Leitlinien nur dann diskutiert werden, wenn die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie nicht ausreichend effektiv war oder nicht durchführbar ist.

Sleep onset and sleep maintenance difficulties

Insomnia is characterized by difficulties initiating and/or maintaining sleep accompanied by impairments in daytime functioning. It afflicts about 10 % of the population in western industrialized countries. Insomnia is a risk factor for depression, cardiovascular diseases, hypertension and diabetes. The diagnostic procedure includes a clinical interview and the use of sleep diaries. Current guidelines recommend a psychotherapeutic treatment, cognitive behavioral therapy for insomnia, as the first-line treatment for this condition. According to the guidelines, a pharmacological intervention should be only offered if cognitive behavioral therapy for insomnia was not sufficiently effective or is not available.



Fortbildung Wissensbasierung
Iris Hinneburg, Halle (Saale)
Overviews, Rapid Reviews, IPD- und Netzwerk-Metaanalysen

Neben den klassischen systematischen Übersichtsarbeiten haben sich in den letzten Jahren einige neuere Arten der Evidenzsynthese entwickelt. Dieser Beitrag gibt einen Einblick in aktuelle Diskussionen und Fragestellungen.

New formats for evidence synthesis

Besides conventional systematic reviews new formats to synthesize research evidence have become popular in the last years. These formats such as overviews, rapid reviews, network meta-analyses and meta-analyses relying on individual patient data offer some advantages. At the same time, critical appraisal is warranted. This article also discusses methodological issues with these formats that have not been resolved yet.



Fragen aus der Praxis
Dr. Dirk Keiner, Weimar
Fragen aus der Praxis beim MMP-Webinar

Am 7. November fand das vierte MMP-Webinar statt. Referent war Dr. Dirk Keiner aus dem Klinikum Weimar, der rund 570 Teilnehmern das Thema Herzrhythmusstörungen und hier insbesondere geschlechterspezifische Unterschiede näherbrachte. Während und nach der Veranstaltung wurden zahlreiche praxisrelevante Fragen gestellt. Lesen Sie hier die Antworten.



Bericht
Peter Stiefelhagen, Hachenburg
Bericht der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Barcelona

Alljährlich werden auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus diesem Teilgebiet präsentiert und diskutiert. Auch diesmal gab es eine Reihe von Studienergebnissen, die für den praktischen Alltag relevant sind.



Referiert & kommentiert
Dr. Jutta Zwicker, Dresden
Prednisolon nicht wirksam bei akutem Husten

 Mit einem Kommentar

Orales Prednisolon ist bei ambulanten Patienten mit akuten Infektionen der tiefen Atemwege, jedoch ohne vorbestehende Lungenerkrankungen, nicht hilfreich. In der OSAC-Studie konnte orales Prednisolon im Vergleich zu Placebo weder die Dauer noch die Schwere der Symptome reduzieren.



Prof. Dr. Ralf Stahlmann, Berlin
Akute Infektionen der Atemwege: weder Antibiotika noch Glucocorticoide sind sinnvoll


Dr. Claus Gassner, Villingen-Schwenningen
Frühzeitige Interventionen haben nur wenig Einfluss auf das Verordnungsverhalten

Mit der Bestimmung von C-reaktivem Protein (CRP) und Procalcitonin (PCT) kann bereits im Frühstadium einer akuten Atemwegsinfektion festgestellt werden, ob es sich um eine bakterielle oder virale Infektion handelt. Abhängig davon können Antibiotika gezielt nur dann verordnet werden, wenn Bakterien als Auslöser der Infektion infrage kommen. Die Autoren eines aktuellen Cochrane-Reviews kommen jedoch zu dem Schluss, dass die frühzeitige Bestimmung bakterienspezifischer Laborparameter sowie die Schulung von Ärzten und Patienten nur einen geringen bis moderaten Einfluss auf die Häufigkeit der Antibiotikaverordnungen haben.



Prof. Dr. Hans-Peter Volz, Werneck
Moderne Form der Stigmatisierung

Besitzen Antidepressiva eine spezifische pharmakologische Wirkung? Oder beruht ihre Wirksamkeit in Studien allein auf einem sogenannten „Entblindungseffekt“? Eine aktuell publizierte Metaanalyse hat die Diskussion erneut entfacht.



Annette Hille-Rehfeld, Stuttgart
Coffein aktiviert Bitter-Rezeptoren der Magenschleimhaut

Coffein regt die Bildung von Magensäure an. Dies geschieht durch Bindung an Bitter-Rezeptoren der Belegzellen in der Magenschleimhaut, gefolgt von der Aktivierung intrazellulärer Signaltransduktionsmechanismen, die an der bekannten zentralnervösen Steuerung vorbei die Protonensekretion direkt aktivieren. Der Befund zeigt einmal mehr die Bedeutung extraoraler Geschmacksrezeptoren.



Dr. Matthias Desch, Kogl b. Wien
Klinisch signifikante Blutungen: Ein Vergleich von niedrig dosiertem Rivaroxaban und ASS bei gleichzeitiger P2Y12-Inhibition

Niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) in Kombination mit einem P2Y12-Inhibitor ist der Goldstandard der dualen Plättchenhemmung nach einem akuten Koronarsyndrom. Die Sicherheit der antithrombotischen Zwei-Wege-Therapie aus niedrig dosiertem Rivaroxaban (statt ASS) und einem P2Y12-Inhibitor wurde in der im Lancet veröffentlichten GEMINI-ACS-1-Studie untersucht.



Dr. Tanja Saußele, Stuttgart
Tumorresistenz durch Bakterien?